Auslöseanschluss für Digitalkamera (Teil 2)

Digitalkamera für Zeitraffermodul umgebaut – 16.11.2007 19:35
geöffnete Digitalkamera

Weil es unsinnig ist, für Zeitrafferaufnahmen immer die Videokamera mit zu schleppen und dann die Fotofunktion zu nutzen, habe ich mich dazu entschlossen, meine Digitalkamera (Olympus C-720 UZ)für das Zeitraffermodul umzubauen. Schließlich müsste die Digitalkamera auch bei Nacht aufgrund der langen Belichtungszeiten noch recht gute Bilder machen. Bei der HC1 kann man die Belichtungszeit im Foto-Modus leider nicht einstellen. Die ganze Aktion hat allerdings einen Haken: Meine Digitalkamera verwendet SmartMedia-Karten, die leider nicht mehr hergestellt werden. Eine 128MB-Speicherkarte kostet 50-60€ und größere Karten wurden nie hergestellt. Über einen XD-Karten-Adapter könnte man maximal 256MB „herauskitzeln“. Vernünftige Zeitrafferaufnahmen mit genügend Spielraum für Ein- und Ausblendungen sind so leider nicht möglich, sodass ich gezwungen bin, überwiegend auf die HDR-HC1 zurückzugreifen.

Modifikation an der HauptplatineDa meine Digitalkamera keinen Anschluss für einen externen Auslöser besitzt, entschied ich mich dazu, die Kamera etwas zu modifizieren. Frei nach dem Motto „Nicht ist unmöglich!“ schraubte ich das Gehäuse auf und verschaffte mir erst ein mal einen Überblick über die Hauptplatine. Rechts oben befindet sich ein kleiner Stecker mit einem Flachkabel, das zur Wählscheibe und dem Auslöseknopf führt. Auf den Leiterbbahnen, die zu diesem Anschluss führen, habe ich kleine Lötanschlüsse entdeckt. Also nahm ich ein Voltmeter zu Hilfe und stellte fest, dass der Lötanschluss ganz links am Stecker „Masse“ und die restlichen die einzelnen Schaltkanäle sind. Durch Ausprobieren habe ich schließlich die Anschlüsse für „Scharfstellen“ und „Auslösen“ herausgefunden und an den noch nicht mal 1mm großen Lötstellen Kabel angelötet. Verbindet man nun alle 3 Kabel miteinander, so schießt die Digitalkamera ein Foto.

Steckverbindung für das AuslösekabelWeil das Scharfstell- und das Auslösekabel während des normalen Betriebs nicht verbunden sein dürfen, habe ich alle drei Kabel an eine Buchsenleiste angelötet, die hinter einer Gehäuseklappe versteckt wird. Statt die Kabel direkt miteinander zu verlöten, habe ich die Verlötungen am Stecker entsprechend vorgenommen, der nur im Zeitrafferbetrieb eingesteckt ist. Ansonsten würde die Kamera bei normaler Bedienung schon auslösen, wenn man den Auslöseknopf zum Scharfstellen leicht berührt.

An dem Stecker wurde dann noch ein 2-adriges Kabel angebracht, dessen 1. Leitung mit Masse und dessen 2. Leitung mit beiden Schaltkanälen (Scharfstellen und Auslösen) verbunden ist. Verbindet man nun diese beiden Leitungen, so löst die Kamera aus. Das Überbrücken der beiden Adern wird in Zukunft mein Zeitraffermodul übernehmen.

Externe Stromversorgung und Auslösekabel für Zeitraffermodul – 30.11.2007 19:36

Weil die 9V-Batterie meiner Zeitrafferschaltung höchstens zwei Stunden hält, war eine externe Stromversorgung nötig. Deshalb habe ich nun am Gehäuse eine Hohlstecker-Buchse nachgerüstet, damit ich das Zeitraffermodul auch über ein Netzgerät betreiben kann. Hierzu musste eine Diode zwischengeschaltet werden. Ansonsten fließt der Strom, wenn das Netzteil aus der Steckdose gezogen wurde, wieder zurück in das Netzteil und entlädt so den verbauten Akku. Für die externe Stromversorgung kommt ein stabilisiertes Netzteil von Reichelt zum Einsatz (SNT 1000).

Außerdem kam in das Gehäuse noch eine Mono-Klinkenstecker-Buchse, an der wahlweise die IR-Fernbedienung oder die Digitalkamera über das gelötete Verbindungskabel (oben im Bild) verbunden wird. Die Verbindung der Fernbedienung erfolgt also nicht mehr über ein Kabel, das direkt in das Gehäuse des Zeitraffermodul führt, sondern über eine vernünftige Steckverbindung. Somit lässt sich die Technik nun nach der Modulbauweise ändern oder erweitern.


Des Weiteren habe die IR-Leuchtdiode von der Platine der Fernbedienung entfernt und über ein Kabel neu angelötet, sodass ich die LED mit einem Gummiband direkt vor dem IR-Sensor der Kamera befestigen kann. So werden die Zeitrafferaufnahmen wesentlich zuverlässiger, weil die Sonne den IR-Sensor nicht mehr blenden kann.


Dabei fiel mir auf, dass sich auf der Platine zwei Lötstellen abgelöst haben. Nachdem ich die beiden Kabel auf der Platine neu angelötet habe, habe ich die Lötstellen mit etwas Heißkleber gesichert, damit sie sich nicht mehr so leicht lösen können. Hierbei handelt es sich um die beiden Kabel, die vor und hinter dem Taster für die Fotofunktion angelötet wurden. Sobald ich die beiden Kabel verbinde, wird der Taster überbrückt und die Kamera löst aus.


Damit das Zeitraffermodul während einer Aufnahme nicht irgendwo am Boden rum liegt und verdreckt, habe ich am Stativ und auf der Rückseite des Zeitraffermoduls selbstklebendes Klettband angebracht. Nun ist die Schaltung ohne sich zu bücken zu erreichen und alles hat seinen Platz. Und professionell sieht es auch noch aus.

Demnächst werde ich auf einer Autobahnbrücke eine Probeaufnahme machen, um herauszufinden, welche Einstellung für fließenden Verkehr am besten geeignet ist. Oder ist der Videomodus dann doch die bessere Alternative?

Artikelserie Zeitraffer

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